Kaloriendefizit-Rechner für Zielgewicht und Zeitraum
GesundheitGeben Sie Geschlecht, Alter, Gewicht, Größe und Alltagsaktivität ein und wählen Sie, wie Sie das Defizit festlegen: über Zielgewicht und Zeitraum, direkt in kcal oder aus Ihrer Kalorienzufuhr. Der Rechner zeigt Defizit, Zielkalorien und Abnahme pro Woche.
Rechenweg
Defizit = (70 − 65) · 7.700 / (10 · 7) = 550 kcal pro Tag
- Grundumsatz nach Mifflin-St Jeor: 10 · 70 + 6,25 · 170 − 5 · 35, dazu 5 bei Männern oder minus 161 bei Frauen. Das ergibt 1.427 kcal. Mit dem PAL-Wert 1,45 multipliziert ist der Gesamtumsatz 2.068 kcal pro Tag.
- Abzunehmen sind 70 − 65 = 5 kg. Bei 7.700 kcal je Kilogramm sind das 38.500 kcal.
- Verteilt auf 10 Wochen, also 70 Tage, ergibt das ein Defizit von 550 kcal pro Tag.
- Zielkalorien: Gesamtumsatz minus Defizit = 1.518 kcal pro Tag. Die Abnahme beträgt rechnerisch 0,5 kg pro Woche.
Sobald alle Eingaben gültig sind, sehen Sie hier jeden Rechenschritt.
Formel
- GU
- Grundumsatz in Kilokalorien pro Tag
- Gewicht
- Körpergewicht in Kilogramm
- Größe
- Körpergröße in Zentimetern
- Alter
- in Jahren
- PAL
- Physical Activity Level, durchschnittliche Aktivität über den Tag
- Gesamtumsatz
- Energiebedarf bei gleichbleibendem Gewicht
- Zufuhr
- Kalorien, die Sie im Durchschnitt pro Tag essen
- kg
- abzunehmende Kilogramm, also aktuelles Gewicht minus Zielgewicht
- 7.700
- Faustwert: Kilokalorien je Kilogramm Körpergewicht
So funktioniert der Rechner
Ein Kaloriendefizit entsteht, wenn Sie über den Tag weniger Energie aufnehmen, als Ihr Körper verbraucht. Die Differenz deckt der Körper aus seinen Reserven, vor allem aus Körperfett, und das Gewicht sinkt. Wie hoch das Defizit ist, ergibt eine einfache Rechnung: Kaloriendefizit = Gesamtumsatz − Kalorienzufuhr. Wer 2.100 kcal verbraucht und 1.600 kcal isst, hat ein Defizit von 500 kcal pro Tag.
So funktioniert die Berechnung: Ihren Kalorienbedarf berechnet der Rechner in zwei Schritten. Zuerst bestimmt er den Grundumsatz (BMR), die Energie, die der Körper in Ruhe für Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel braucht. Dafür nutzt er die Formel von Mifflin und St Jeor, die Gewicht, Größe, Alter und Geschlecht berücksichtigt. Dann multipliziert er ihn mit dem PAL-Wert, der Ihre Aktivität im Alltag beschreibt. Das Ergebnis ist der Gesamtumsatz (TDEE): So viele Kalorien brauchen Sie am Tag, damit Ihr Gewicht gleich bleibt. Ihr Kalorienbedarf zum Abnehmen ist dieser Gesamtumsatz minus Defizit. Beides sind Schätzwerte, der tatsächliche Bedarf kann abweichen. Den Erhaltungsbedarf allein zeigt der Kalorienbedarfsrechner.
Welche Eingabe Sie wählen, hängt von Ihrer Frage ab. Mit Zielgewicht und Zeitraum erfahren Sie, wie groß das Defizit sein muss, um das Ziel in der gewünschten Zeit zu erreichen. Mit einem festen Defizit sehen Sie die Zielkalorien, die Abnahme pro Woche und die Dauer bis zum Zielgewicht. Mit Meine Kalorienzufuhr berechnen Sie das Defizit, das sich aus Ihrem tatsächlichen Essen ergibt.
Wie viel Gewicht ein Defizit bringt, schätzt der Rechner mit einer Faustregel: Ein Kilogramm Körpergewicht entspricht etwa 7.700 Kilokalorien. Bei 500 kcal Defizit pro Tag nehmen Sie rechnerisch 500 · 7 / 7.700 = 0,45 kg pro Woche ab, in zwei Wochen rund 0,9 kg. Um ein Kilogramm Körpergewicht zu verlieren, müssen sich also rund 7.700 kcal Defizit summieren. In der Praxis verläuft die Abnahme nicht gleichmäßig, denn der Körper passt seinen Verbrauch an, und das Gewicht schwankt von Tag zu Tag.
Die Einordnung stützt sich auf die S3-Leitlinie Adipositas (AWMF, 2024). Sie nennt für die Gewichtssenkung bei Übergewicht und Adipositas üblicherweise ein tägliches Energiedefizit von etwa 500 bis 600 kcal oder ein individuell ermitteltes Defizit; damit sind rund 0,5 kg Abnahme pro Woche zu erwarten. Der Rechner zeigt deshalb, ob Ihr Defizit bis 600 kcal oder darüber liegt, ob die Zufuhr unter 1.200 kcal fällt, dem Bereich sehr niedrig-kalorischer Kostformen, und ob sie unter dem Grundumsatz liegt. Außerdem meldet er ein Zielgewicht mit einem BMI unter 18,5, dem Untergewicht nach der WHO. Trifft mehr als eine Einordnung zu, nennt der Rechner die erste dieser Reihenfolge: Zielgewicht im Untergewicht, Zufuhr unter 1.200 kcal, Zufuhr unter dem Grundumsatz, Defizit über 600 kcal. Zielkalorien unter 800 kcal pro Tag berechnet er nicht, denn so niedrige Mengen gehören nach der Leitlinie nur unter medizinische Betreuung.
Das Ergebnis ist eine Schätzung und kein Ernährungsplan. Der Rechner ist für gesunde Erwachsene gedacht, nicht für Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche oder Menschen mit Erkrankungen wie Diabetes oder Essstörungen. Wer stark abnehmen möchte oder Vorerkrankungen hat, sollte das Vorgehen mit der Hausärztin, dem Hausarzt oder einer Ernährungsfachkraft besprechen. Ob Ihr Zielgewicht im Normalbereich liegt, zeigt der BMI-Rechner, und wer das Defizit mit Ausdauersport unterstützt, plant Tempo und Zielzeit mit dem Pace-Rechner.
Zur Formel
Die Faustregel von 7.700 kcal pro Kilogramm geht auf Wishnofsky (1958) zurück, der 3.500 kcal je amerikanischem Pfund (453,6 g) annahm. Sie behandelt den Körper wie einen Speicher mit festem Energiegehalt. Tatsächlich sinkt der Verbrauch mit dem Gewicht, und Modelle, die diese Anpassung berücksichtigen, zeigen einen langsameren Verlauf (Hall et al., Lancet 2011). Der Rechner liefert deshalb einen Richtwert für die ersten Wochen und keine genaue Vorhersage für viele Monate.
Alle Schätzfehler summieren sich: beim Grundumsatz, beim PAL-Wert und beim Erfassen der Lebensmittel. Prüfen Sie das Ergebnis darum an der Waage über mehrere Wochen und vergleichen Sie Durchschnittswerte statt einzelner Tage.
Rechenbeispiel
Wie viel Defizit braucht eine Frau mit 70 kg, um in 10 Wochen auf 65 kg zu kommen?
- Grundumsatz: 10 · 70 + 6,25 · 170 − 5 · 35 − 161 = 1.427 kcal. Mit dem PAL-Wert 1,45 ergibt sich ein Gesamtumsatz von 2.068 kcal pro Tag.
- Abzunehmen sind 5 kg, bei 7.700 kcal je Kilogramm also 38.500 kcal. Verteilt auf 10 · 7 = 70 Tage sind das 550 kcal pro Tag.
- Zielkalorien: Gesamtumsatz minus Defizit = 1.518 kcal pro Tag. Das entspricht 0,5 kg pro Woche und liegt im üblichen Bereich von 500 bis 600 kcal Defizit.
Um 65 kg in 10 Wochen zu erreichen, brauchen Sie rechnerisch ein Defizit von 550 kcal / Tag. Dann bleiben etwa 1.518 kcal / Tag zum Essen, bei einem Gesamtumsatz von 2.068 kcal / Tag.
Beispiel in den Rechner übernehmenHäufige Fragen
Wie hoch sollte das tägliche Kaloriendefizit sein?
Die S3-Leitlinie Adipositas nennt für die Gewichtssenkung bei Übergewicht und Adipositas üblicherweise ein tägliches Energiedefizit von etwa 500 bis 600 kcal oder ein individuell ermitteltes Defizit; damit sind rund 0,5 kg Abnahme pro Woche zu erwarten. Ein größeres Defizit sieht die Leitlinie nur im Einzelfall vor, etwa bei hohem BMI und größerer geplanter Abnahme. Welches Defizit Sie wählen, hängt von Ziel, Gesundheit und Alltag ab.
Wie viele Kalorien soll ich pro Tag einsparen, und was wird empfohlen?
Als Orientierung empfohlen werden 500 bis 600 kcal pro Tag weniger, als Sie verbrauchen. Bei einem Gesamtumsatz von 2.100 kcal wären das Zielkalorien von 1.500 bis 1.600 kcal. Das ist keine feste Regel: Kleinere Defizite wirken langsamer, bei größeren wird die Umsetzung nach der Leitlinie schwieriger. Im Modus „Festes Defizit“ sehen Sie für jeden Wert, wie viel Abnahme pro Woche daraus rechnerisch folgt und wie lange es bis zu Ihrem Zielgewicht dauert.
Reichen 1.500 Kalorien pro Tag zum Abnehmen, oder ist das zu wenig?
Das hängt von Ihrem Gesamtumsatz ab. Liegt er bei 2.000 kcal, sind 1.500 kcal ein Defizit von 500 kcal, also im üblichen Rahmen. Bei einem Gesamtumsatz von 1.700 kcal sind es nur 200 kcal, bei 3.000 kcal dagegen 1.500 kcal und damit sehr viel. Kritisch wird es, wenn die Zufuhr unter den Grundumsatz fällt. Im Modus „Meine Kalorienzufuhr“ sehen Sie Ihr Defizit.
Wie viele Kilo sind in zwei Wochen mit Kaloriendefizit realistisch?
Mit 500 kcal Defizit pro Tag summieren sich 7.000 kcal in 14 Tagen, rechnerisch rund 0,9 kg. Bei 750 kcal sind es etwa 1,4 kg, bei 300 kcal rund 0,5 kg. Wie viel man abnimmt, zeigt die Waage nach zwei Wochen nur ungenau, weil der Wasseranteil von Tag zu Tag schwankt. Aussagekräftiger ist der Trend über mehrere Wochen.
Wie viele Kilokalorien muss ich sparen, um ein Kilo Fett loszuwerden?
Als Faustwert gelten rund 7.700 kcal pro Kilogramm Körpergewicht, was auf Wishnofsky (1958) zurückgeht (3.500 kcal je amerikanischem Pfund, 453,6 g). Es ist eine Näherung: Fettgewebe besteht nicht nur aus Fett, und beim Abnehmen verliert der Körper auch Wasser und etwas Muskelmasse. Außerdem sinkt der Verbrauch mit dem Gewicht, deshalb verläuft die tatsächliche Abnahme langsamer, als die Faustregel nahelegt (Hall et al., Lancet 2011).
Worin unterscheiden sich Grundumsatz (BMR) und Gesamtumsatz (TDEE)?
Der Grundumsatz (BMR) ist der Energieverbrauch in völliger Ruhe. Der Gesamtumsatz (TDEE, englisch für total daily energy expenditure) enthält zusätzlich alles, was Sie durch Alltag, Arbeit und Sport verbrauchen. Der Unterschied zwischen beiden ist also der Verbrauch durch Aktivität. An dem Gesamtumsatz misst sich ein Defizit: Wer genau so viel isst, behält sein Gewicht. Für eine 35-jährige Frau mit 70 kg, 170 cm und PAL 1,45 sind es etwa 1.427 und 2.068 kcal.
Warum rechnet der Rechner mit der Mifflin-St-Jeor-Formel?
Die Formel wurde 1990 an 498 gesunden Erwachsenen von 19 bis 78 Jahren entwickelt, darunter normalgewichtige und adipöse Menschen, und gilt in Studien als eine der zuverlässigeren einfachen Formeln für den Grundumsatz. Als genaueste Formel für jeden Einzelfall kann man sie nicht bezeichnen: Der Wert einzelner Menschen kann deutlich abweichen, etwa bei viel oder wenig Muskelmasse. Die S3-Leitlinie Adipositas nennt im Anhang zusätzlich Formeln für Menschen mit Übergewicht.
Wie viel Protein sollte ich im Kaloriendefizit essen?
Die Referenzwerte der DGE gelten für den normalen Bedarf gesunder Erwachsener: 0,8 g Protein pro Kilogramm Körpergewicht und Tag von 19 bis unter 65 Jahren, ab 65 Jahren 1,0 g. Ob im Defizit mehr sinnvoll ist, klären Sie am besten mit einer Ernährungsfachkraft. Der Rechner berechnet nur die Energie, keine Nährstoffe.
Welche Risiken hat es, die Kalorien zu stark zu reduzieren?
Sehr niedrige Kalorienmengen können gefährlich werden. Die S3-Leitlinie Adipositas nennt Kostformen mit 800 bis 1.200 kcal pro Tag nur zeitlich begrenzt, in der Regel höchstens 12 Wochen, und mit medizinischer Betreuung. Bei sehr einseitigen Crash-Diäten drohen schon kurzfristig Nährstoffdefizite, und beim Abnehmen geht auch fettfreie Körpermasse wie Muskelgewebe verloren.
Geht Abnehmen auch ohne Sport?
Man muss nicht zwingend Sport treiben, um abzunehmen, denn das Defizit lässt sich allein über die Ernährung erreichen. Die DGE empfiehlt für eine langfristige Gewichtsabnahme aber die Kombination aus Ernährungsumstellung, Verhaltensänderung und mehr Bewegung, und 30 bis 60 Minuten Bewegung pro Tag unterstützen die Gewichtsregulation. Bewegung erhöht zudem den Gesamtumsatz.
Woran liegt es, wenn die Waage trotz Defizit nicht sinkt?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Häufig wird die Zufuhr unterschätzt oder der Verbrauch überschätzt, etwa durch einen zu hohen PAL-Wert. Das Gewicht schwankt durch Wasser, Salz und Verdauung von Tag zu Tag. Außerdem aktiviert der Körper laut S3-Leitlinie Energiesparmechanismen, durch die sich der Gewichtsverlust abschwächt; meist stellt sich nach drei bis sechs Monaten ein neues Gleichgewicht ein. Bleibt trotz Kaloriendefizit jede Veränderung aus, ist ärztlicher Rat sinnvoll.
Gilt der Rechner auch in Schwangerschaft und Stillzeit?
Nein, für Schwangere und Stillende ist er nicht gedacht. Den Kalorienbedarf berechnet man in dieser Zeit nicht mit einem Defizit, sondern mit einem Zuschlag: Die DGE nennt Richtwerte von zusätzlich 250 kcal pro Tag im zweiten und 500 kcal im dritten Trimester, beim ausschließlichen Stillen in den ersten vier bis sechs Monaten zusätzlich 500 kcal. Fragen zu Gewicht und Ernährung klären Sie mit Ihrer Frauenarztpraxis oder Hebamme.
- Interdisziplinäre S3-Leitlinie Prävention und Therapie der Adipositas (AWMF 050-001, Version 5.0, 2024) (AWMF und Deutsche Adipositas-Gesellschaft)
- Übergewicht und Adipositas (Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE))
- Referenzwerte Energie (PAL-Werte, Schwangerschaft, Stillzeit) (Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE))
- Referenzwerte Protein (Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE))
- Mifflin MD et al.: A new predictive equation for resting energy expenditure in healthy individuals (1990) (American Journal of Clinical Nutrition)
- Wishnofsky M.: Caloric equivalents of gained or lost weight (1958) (American Journal of Clinical Nutrition)
- Hall KD et al.: Quantification of the effect of energy imbalance on bodyweight (2011) (The Lancet)
- A healthy lifestyle: WHO recommendations (BMI-Klassifikation) (Weltgesundheitsorganisation (WHO))