Cashflow-Rechner: operativen und freien Cashflow berechnen
FinanzenWählen Sie die Methode und tragen Sie die Zahlen Ihres Unternehmens ein. Der Rechner ermittelt den operativen Cashflow, indirekt vom Jahresüberschuss aus oder direkt aus Ein- und Auszahlungen, und den Free Cashflow samt Veränderung der liquiden Mittel.
Rechenweg
210.000 + 40.000 + 10.000 − 25.000 + 15.000 = 250.000
- Jahresüberschuss plus Abschreibungen plus Zunahme der Rückstellungen: 210.000 + 40.000 + 10.000 = 260.000,00 €.
- Veränderung des Umlaufvermögens: − 25.000 + 15.000 = -10.000,00 €.
- Operativer Cashflow: 260.000 + (-10.000) = 250.000,00 €.
Sobald alle Eingaben gültig sind, sehen Sie hier jeden Rechenschritt.
Formel
- Zunahme
- Veränderung im Vergleich zum Beginn der Periode; eine Abnahme geben Sie negativ ein
- Jahresüberschuss
- Periodenergebnis laut Gewinn- und Verlustrechnung, nach Steuern
- Finanzmittelbestand
- Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente (Finanzmittelfonds)
- Cashflow Finanzierung
- Saldo aus Eigenkapitalzuführungen, Krediten, Tilgungen, gezahlten Zinsen und Ausschüttungen
So funktioniert der Rechner
Der Cashflow (Zahlungsstrom) stellt die Einzahlungen und Auszahlungen eines Zeitraums, meist eines Geschäftsjahres, einander gegenüber. Anders als der Gewinn berücksichtigt er nur Zahlungen: Abschreibungen oder Zuführungen zu Rückstellungen mindern den Gewinn, aber nicht den Kassenbestand. Man unterscheidet drei Cashflows: aus der laufenden Geschäftstätigkeit (darin der operative Cashflow), aus der Investitionstätigkeit und aus der Finanzierungstätigkeit. Ihre Summe ergibt die Veränderung der liquiden Mittel der Periode.
Bei der indirekten Methode geht man vom Jahresüberschuss aus und korrigiert ihn um nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge sowie um Veränderungen im Nettoumlaufvermögen (DRS 21, Tabelle 2): plus Abschreibungen (abzüglich Zuschreibungen), plus Zunahme der Rückstellungen, minus Zunahme der Vorräte und Forderungen, plus Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen; Abnahmen wirken umgekehrt. Die Zwischensumme aus Jahresüberschuss, Abschreibungen und Rückstellungen nennt der Rechner Cashflow vor Veränderung des Umlaufvermögens; in der Analyse heißt sie oft Brutto-Cashflow oder traditioneller Cashflow, die Abgrenzungen unterscheiden sich. Das Schema des Standards ist ausführlicher, etwa mit Zinsen, Steuern und Ergebnissen aus Anlagenabgängen; der Rechner rechnet die gebräuchlichen Posten.
Bei der direkten Methode stellen Sie die Zahlungen der laufenden Geschäftstätigkeit unsaldiert gegenüber (DRS 21, Tabelle 1): Einzahlungen von Kunden, minus Auszahlungen an Lieferanten und Beschäftigte, plus sonstige Einzahlungen, minus sonstige Auszahlungen, minus Ertragsteuerzahlungen. Beide Methoden führen bei einheitlicher Abgrenzung zum selben Ergebnis. Im Beispiel des Rechners (Umsatz 1.000.000 Euro, Material und Personal 700.000 Euro, Abschreibungen 40.000 Euro, Rückstellungsaufwand 10.000 Euro, Steuern 40.000 Euro, Forderungen plus 25.000 Euro, Verbindlichkeiten plus 15.000 Euro) ergeben sich indirekt wie direkt 250.000 Euro.
Der Free Cashflow (FCF) ist der frei verfügbare Cashflow, also der Cashflow vor Dividenden und nach den laufenden Investitionen. Der Rechner nimmt den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, zieht die Auszahlungen für Investitionen ab und addiert die Einzahlungen aus Anlageabgängen; andere Darstellungen setzen bei einem Netto-Cashflow an. Zusammen mit dem Cashflow aus Finanzierungstätigkeit ergibt sich die Veränderung der liquiden Mittel und, zum Anfangsbestand addiert, der Finanzmittelbestand am Ende.
Zur Formel
Das Vorzeichen folgt der Wirkung auf die Kasse: Mehr Vorräte und Forderungen binden Geld und senken den Cashflow, mehr Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen schonen die Kasse und erhöhen ihn. Deshalb steht bei den Vorräten und Forderungen ein Minus, bei den Verbindlichkeiten ein Plus. Gezahlte Zinsen und Dividenden gehören nach DRS 21 zur Finanzierungstätigkeit, erhaltene Zinsen und Dividenden zur Investitionstätigkeit.
Der Rechner prüft die Zahlen nicht auf Plausibilität und ersetzt keine Kapitalflussrechnung nach DRS 21 oder IAS 7. Er hilft, die Rechenwege und die Größenordnungen zu verstehen: Welche Posten den Gewinn vom Cashflow trennen und wie sich die drei Cashflows zur Veränderung der liquiden Mittel addieren.
Rechenbeispiel
Wie hoch ist der operative Cashflow bei 210.000,00 € Jahresüberschuss?
- Jahresüberschuss plus Abschreibungen plus Zunahme der Rückstellungen: 210.000 + 40.000 + 10.000 = 260.000,00 €.
- Mehr Forderungen binden Geld, mehr Verbindlichkeiten schonen die Kasse: − 25.000 + 15.000 = -10.000,00 €.
- Operativer Cashflow: 260.000 + (-10.000) = 250.000,00 €. Er liegt über dem Gewinn, weil die Abschreibungen und die Rückstellungen den Gewinn gemindert haben, ohne Geld zu kosten.
Der operative Cashflow beträgt 250.000,00 €. Er setzt sich aus 260.000,00 € vor Veränderung des Umlaufvermögens und -10.000,00 € aus Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten zusammen.
Beispiel in den Rechner übernehmenHäufige Fragen
Wie berechnet man den Cashflow?
Es gibt zwei Wege, die bei einheitlicher Abgrenzung zum selben Ergebnis führen. Direkt stellen Sie Einzahlungen und Auszahlungen gegenüber. Indirekt starten Sie beim Jahresüberschuss, addieren Abschreibungen und die Zunahme der Rückstellungen und berücksichtigen die Veränderung von Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten: 210.000 + 40.000 + 10.000 − 25.000 + 15.000 = 250.000 Euro operativer Cashflow.
Ist Cashflow gleich Gewinn?
Nein. Der Gewinn enthält nicht zahlungswirksame Posten wie Abschreibungen und Rückstellungen und auch Umsätze, die noch nicht bezahlt sind; der Cashflow zählt dagegen nur Zahlungen. Deshalb startet die indirekte Methode beim Jahresüberschuss und korrigiert ihn. Im Beispiel des Rechners liegt der Gewinn bei 210.000 Euro, der operative Cashflow bei 250.000 Euro.
Was ist ein guter Cashflow?
Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der operative Cashflow dauerhaft positiv ist und ausreicht, um Investitionen zu bezahlen und das Fremdkapital zu bedienen: Ein Unternehmen kann auf Dauer nur überleben, wenn es beides aus der laufenden Geschäftstätigkeit bestreiten kann, und ein anhaltend negativer Cashflow führt zur Zahlungsunfähigkeit.
Welche 3 Cashflows gibt es?
Der Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit (darin der operative Cashflow), der Cashflow aus der Investitionstätigkeit und der Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit. Ihre Summe ergibt die Veränderung der liquiden Mittel der Periode, zusammen mit dem Anfangsbestand den Finanzmittelbestand am Ende. Der Rechner zeigt das im Modus „Free Cashflow“.
Sind Liquidität und Cashflow das Gleiche?
Nein. Der Cashflow ist eine Stromgröße: Er saldiert Ein- und Auszahlungen eines Zeitraums. Die Liquidität beschreibt den Bestand an flüssigen Mitteln zu einem Stichtag. Beide hängen zusammen, denn die Summe der drei Cashflows verändert den Bestand: Im Beispiel des Rechners steigen 80.000 Euro Anfangsbestand mit 90.000 Euro Veränderung auf 170.000 Euro.
Wie berechnet man den Free Cashflow (FCF)?
Der Free Cashflow ist der frei verfügbare Cashflow, also vor Dividenden und nach den laufenden Investitionen. Der Rechner nimmt den Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit, zieht die Auszahlungen für Investitionen ab und addiert Einzahlungen aus Anlageabgängen: 250.000 − 120.000 + 10.000 = 140.000 Euro. Die Definitionen unterscheiden sich; manche Darstellungen setzen bei einem Netto-Cashflow an.
Was ist der operative Cashflow?
Der operative Cashflow ist das Ergebnis aller zahlungswirksamen Geschäftsvorfälle der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit. Er gilt als Indikator für das Innenfinanzierungspotenzial: Ein positiver Wert versetzt ein Unternehmen in die Lage, Kredite zu tilgen oder neu zu investieren.
Was ist der Unterschied zwischen direkter und indirekter Methode?
Die direkte Methode stellt Einzahlungen und Auszahlungen der laufenden Geschäftstätigkeit unsaldiert gegenüber. Die indirekte korrigiert das Periodenergebnis um nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge und um Veränderungen des Nettoumlaufvermögens. Beide führen zum selben operativen Cashflow, wenn einheitlich abgegrenzt wird; externe Betrachter können meist nur die indirekte Methode anwenden, weil ihnen die einzelnen Zahlungen nicht vorliegen.
Was bedeutet ein negativer Cashflow, und kann er auch vorteilhaft sein?
Ein negativer Cashflow heißt, dass in der Periode mehr Geld abgeflossen als zugeflossen ist, die liquiden Mittel also sinken, solange sie nicht durch Finanzierung aufgefüllt werden. Ein negativer Free Cashflow ist nicht automatisch schlecht: Investiert ein Unternehmen stark, sinkt er unter null, obwohl der operative Cashflow positiv ist. Ein anhaltend negativer operativer Cashflow führt dagegen zur Zahlungsunfähigkeit.
Berechnet der Rechner auch den Cashflow einer Immobilie?
Nein, der Rechner bezieht sich auf Unternehmen und folgt den Schemata von Wikipedia und DRS 21. Der Cashflow einer vermieteten Immobilie mit Mieteinnahmen, Bewirtschaftungskosten, Zins und Tilgung ist eine eigene Rechnung, die hier nicht abgebildet wird.
- Cashflow (Arten, direkte und indirekte Ermittlung, Brutto-, Netto- und Free Cashflow, Kapitalflussrechnung) (Wikipedia)
- Deutscher Rechnungslegungs Standard Nr. 21 (DRS 21): Kapitalflussrechnung, Tabellen 1 bis 4 (vom DRSC am 4. Februar 2014 verabschiedete Fassung) (Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC))