KFA-Rechner: Körperfettanteil berechnen (Navy-Methode und BMI-Formel)
GesundheitWählen Sie die Methode und geben Sie Ihre Maße ein. Der KFA-Rechner (englisch Body Fat Calculator) schätzt den Körperfettanteil nach der Navy-Methode (Hals, Bauch oder Taille und Hüfte, Größe) oder aus BMI, Alter und Geschlecht und ordnet ihn nach Alter ein.
Rechenweg
86,010 · lg(90 − 38) − 70,041 · lg(175) + 30,30 = 20,8 %
- Differenz aus Bauch- und Halsumfang: 90 − 38 = 52 cm.
- Navy-Formel für Männer: 86,010 · lg(52) − 70,041 · lg(175) + 30,30 = 20,8 %.
- Fettmasse: 75 · 20,8 / 100 = 15,6 kg, fettfreie Masse: 75 − 15,6 = 59,4 kg.
- Einordnung für Männer von 35 Jahren nach der Tabelle: hoch.
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Formel
- KFA
- Körperfettanteil in Prozent
- lg
- dekadischer Logarithmus (Logarithmus zur Basis 10)
- B
- Bauchumfang auf Höhe des Bauchnabels in cm (nur Männer)
- T
- Taillenumfang an der schmalsten Stelle in cm (nur Frauen)
- H
- Hüftumfang an der breitesten Stelle in cm (nur Frauen)
- N
- Halsumfang unterhalb des Kehlkopfes in cm
- K
- Körpergröße in cm
- G
- Geschlecht in der BMI-Formel: Männer 1, Frauen 0
So funktioniert der Rechner
Der Körperfettanteil (KFA) ist der Anteil des Körperfetts an der gesamten Körpermasse, angegeben in Prozent. Genau messen lässt er sich nur aufwendig: Als unübertroffene Referenzmethoden gelten Volumenmessverfahren und die Dual-Röntgen-Absorptiometrie (DEXA). Einfachere Verfahren wie die Caliper-Zange oder eine Körperfettwaage sind weniger aufwendig, aber nicht so genau. Der Rechner schätzt den Wert deshalb aus Maßen, die Sie zu Hause nehmen können.
Die Navy-Methode stammt aus dem Body-Composition-Programm der US Navy, die den Körperfettanteil ihrer Angehörigen aus Körpermaßen schätzt. Für Männer genügen Hals- und Bauchumfang und die Körpergröße, für Frauen werden Hals-, Taillen- und Hüftumfang und die Größe gebraucht. Die Formeln verwenden den dekadischen Logarithmus: Je größer der Bauchumfang (bei Frauen Taille plus Hüfte) im Verhältnis zum Hals, desto höher der geschätzte Anteil, und je größer die Körpergröße, desto niedriger. Gemessen wird der Hals unterhalb des Kehlkopfes, der Bauch auf Höhe des Bauchnabels, die Taille an der schmalsten Stelle zwischen unterster Rippe und Bauchnabel und die Hüfte an der breitesten Stelle unterhalb des Bauchnabels.
Ohne Maßband kommt die BMI-Formel von Deurenberg und Kollegen (1991) aus: Körperfettanteil = 1,20 · BMI + 0,23 · Alter − 10,8 · Geschlecht − 5,4, mit Geschlecht 1 für Männer und 0 für Frauen. Die Studie umfasste 1.229 Personen zwischen 7 und 83 Jahren; für Erwachsene beträgt der Standardfehler der Schätzung 4,1 Prozentpunkte, und bei stark Übergewichtigen überschätzt die Formel den Anteil leicht. Bei der Navy-Methode zeigt der Rechner sie zusätzlich als Vergleichswert.
Die Einordnung folgt der Tabelle „Klassifikation Körperfett“ nach Gallagher und Kollegen (2000), wie sie in Wikipedia wiedergegeben wird. Die Autoren leiteten vorläufige Bereiche aus den BMI-Grenzen für Untergewicht, Übergewicht und Adipositas ab, getrennt nach Geschlecht und Altersgruppe. Unter dem Wert der Spalte „Normal ab“ gilt der Anteil als niedrig, ab „Normal ab“ als normal, ab „Hoch ab“ als hoch und ab „Sehr hoch ab“ als sehr hoch; die Grenze selbst gehört zur höheren Stufe. Menschen mit Werten unterhalb der Bereiche können dennoch gesund sein, und als lebensnotwendig gelten für Männer mindestens 3 Prozent, für Frauen mindestens 10 Prozent.
Beide Schätzungen sind grob: Alle vier untersuchten Umfangsgleichungen des US-Militärs hatten bei 31 jungen Männern einen Gesamtfehler von 4,7 bis 5,2 Prozentpunkten, was die Autoren als nicht akzeptabel einstuften. Nutzen Sie das Ergebnis deshalb als Anhaltspunkt und vergleichen Sie Werte über die Zeit immer mit derselben Methode. Ob Ihr Gewicht zur Größe passt, zeigt der BMI-Rechner, und wie viel Energie Ihr Körper täglich braucht, der Kalorienbedarfsrechner. Aus Körperfettanteil, Gewicht und Größe berechnet der FFMI-Rechner den fettfreien Masseindex.
Zur Formel
Die Navy-Formeln gibt es in einer Fassung mit Zentimetern und einer mit Zoll; sie unterscheiden sich nur in der letzten Konstante (Männer 30,30 statt 36,76, Frauen −104,912 statt −78,387). Der Rechner verwendet die Zentimeter-Fassung. Ein Mann mit 180 cm Größe, 39 cm Hals und 88 cm Bauch kommt auf 86,010 · lg(49) − 70,041 · lg(180) + 30,30 = 17,7 Prozent.
Bei extremen Maßen kann die Formel unmögliche Werte unter 0 oder über 100 Prozent liefern; dann zeigt der Rechner eine Fehlermeldung statt eines Ergebnisses. Die Fettmasse ist das Gewicht mal Körperfettanteil, der Rest ist die fettfreie Masse (Muskeln, Knochen, Organe, Wasser).
Rechenbeispiel
Wie hoch ist der Körperfettanteil bei 180 cm, Hals 39 cm und Bauch 88 cm?
- Differenz aus Bauch- und Halsumfang: 88 − 39 = 49 cm.
- Navy-Formel für Männer: 86,010 · lg(49) − 70,041 · lg(180) + 30,30 = 17,7 %.
- Bei 82 kg sind das 14,5 kg Fett und 67,5 kg fettfreie Masse.
- Zum Vergleich ergibt die BMI-Formel 22,2 %: Die beiden Schätzungen weichen oft um mehrere Prozentpunkte voneinander ab.
Nach der Navy-Formel für Männer ergibt sich ein Körperfettanteil von 17,7 %. Bei 82 kg sind das 14,5 kg Fett und 67,5 kg fettfreie Masse. Für Ihre Altersgruppe gilt das als normal.
Beispiel in den Rechner übernehmenHäufige Fragen
Wie berechnet man den Körperfettanteil (KFA)?
Am verbreitetsten ist die Navy-Methode: Sie messen Hals, Bauch (Männer) beziehungsweise Taille und Hüfte (Frauen) sowie die Körpergröße und setzen die Zentimeter in eine Formel mit dem dekadischen Logarithmus ein. Ein Mann mit 180 cm, 39 cm Hals und 88 cm Bauch kommt so auf 17,7 Prozent. Der Rechner übernimmt die Rechnung, für Männer und für Frauen.
Was ist KFA in Prozent?
KFA steht für Körperfettanteil: den Anteil des Körperfetts an der gesamten Körpermasse in Prozent. 20 Prozent bei 80 kg Körpergewicht bedeuten 16 kg Fett und 64 kg fettfreie Masse. Wie das Fett im Körper verteilt ist, etwa als Bauchfett, verrät der Wert nicht.
Ist 27 % Körperfett viel?
Das hängt von Geschlecht und Alter ab. Für Frauen liegen 27 Prozent in allen Altersgruppen von 20 bis 79 Jahren im Normbereich. Bei Männern sind 27 Prozent je nach Alter hoch oder sehr hoch: sehr hoch bei 20 bis 39 Jahren (ab 25 Prozent), hoch bei 40 bis 59 Jahren (22 bis unter 28 Prozent) und bei 60 bis 79 Jahren (25 bis unter 30 Prozent).
Was ist ein normaler, gesunder Körperfettanteil?
Das hängt von Alter und Geschlecht ab. Nach der Tabelle unter dem Rechner sind es bei Frauen von 20 bis 39 Jahren 21 bis unter 33 Prozent und bei Männern 8 bis unter 20 Prozent, mit dem Alter steigen die Bereiche. Als allgemeine Faustregel gilt bei Frauen ein Anteil unter 30 Prozent (besser unter 25) und bei Männern unter 25 Prozent (besser unter 20) als gesund. Lebensnotwendig sind mindestens 3 Prozent bei Männern und 10 Prozent bei Frauen.
Was bedeuten 19 bis 20 % KFA?
Bei Männern sind 19 bis unter 20 Prozent in allen Altersgruppen normal; von 20 bis 39 Jahren beginnt bei 20 Prozent die Einstufung hoch. Bei Frauen sind 19 bis 20 Prozent niedrig, weil der Normbereich erst bei 21 Prozent (20 bis 39 Jahre), 23 Prozent (40 bis 59) oder 24 Prozent (60 bis 79) beginnt. Niedrig heißt dabei nur, dass der Wert unter dem Normbereich der Tabelle liegt: Auch Menschen darunter können gesund sein.
Wie genau ist die Navy-Methode?
Die Navy-Methode ist eine grobe Schätzung. Bei 31 jungen Männern hatten alle vier untersuchten Umfangsgleichungen des US-Militärs, darunter die der Navy, einen Gesamtfehler von 4,7 bis 5,2 Prozentpunkten gegenüber einem Dreikomponentenmodell, was die Autoren als nicht akzeptabel einstuften; Bioimpedanzmessungen kamen auf 2,1. Eine Validierung an Navy-Angehörigen rät zur Vorsicht bei Einzelentscheidungen. Nehmen Sie den Wert als Anhaltspunkt und vergleichen Sie über die Zeit immer mit derselben Methode.
Was bedeutet mein Wert wirklich?
Ihr Wert ist eine Schätzung, die um mehrere Prozentpunkte danebenliegen kann: Die BMI-Formel hat einen Standardfehler von 4,1 Prozentpunkten, die Umfangsgleichungen des US-Militärs lagen in einer Studie bei 4,7 bis 5,2. Ordnen Sie das Ergebnis nach Alter und Geschlecht in die Tabelle ein und achten Sie eher auf den Verlauf über mehrere Wochen als auf einzelne Nachkommastellen.
Warum unterscheidet sich die Formel für Männer und Frauen?
Männer und Frauen unterscheiden sich im Durchschnitt deutlich im Körperfettanteil: 20-jährige Männer liegen laut Wikipedia bei etwa 18 Prozent, junge Frauen bei etwa 25 Prozent. Deshalb gibt es für beide Geschlechter eine eigene Formel mit anderen Konstanten. Bei Männern genügen Hals- und Bauchumfang, bei Frauen kommen Taille und Hüfte hinzu.
Wo muss ich den Bauchumfang messen?
Bei Männern auf Höhe des Bauchnabels. Frauen messen die Taille an der schmalsten Stelle zwischen unterster Rippe und Bauchnabel und die Hüfte an der breitesten Stelle unterhalb des Bauchnabels. Den Hals messen alle unterhalb des Kehlkopfes. Legen Sie das Maßband waagerecht an, ohne einzuschneiden, und ziehen Sie den Bauch nicht ein.
Soll ich morgens oder abends messen?
Entscheidend ist, dass Sie immer unter gleichen Bedingungen messen, wenn Sie Werte vergleichen wollen: zur gleichen Tageszeit, zum Beispiel morgens, bevor Sie essen, mit demselben Maßband und an denselben Körperstellen. Dann zeigen Veränderungen des Ergebnisses eher echte Veränderungen als Messunterschiede.
Kann man den Körperfettanteil ohne Messen berechnen?
Ja, näherungsweise: Wählen Sie im Rechner „Ohne Maßband“ und tragen Sie Größe, Gewicht, Alter und Geschlecht ein. Die Formel von Deurenberg und Kollegen (1991) schätzt daraus den Körperfettanteil, mit einem Standardfehler von 4,1 Prozentpunkten bei Erwachsenen; bei stark Übergewichtigen überschätzt sie den Wert leicht.
Was ist besser: KFA-Rechner, Caliper oder DEXA?
Die DEXA-Messung und Volumenmessverfahren gelten als unübertroffene Referenzmethoden, sind aber aufwendig und teuer. Die Caliper-Zange misst Hautfalten; nach Wikipedia eignet sie sich gut, um den Verlauf zu dokumentieren, weniger für den absoluten Wert, und es sollte immer dieselbe Person messen. Ein KFA-Rechner wie dieser braucht nur ein Maßband, ist aber ungenauer als eine DEXA-Messung.
Ist der KFA oder der BMI wichtiger?
Beide haben Grenzen. Der BMI kennt nur Gewicht und Größe und unterscheidet nicht zwischen Muskeln und Fett, der Körperfettanteil zeigt die Zusammensetzung, verrät aber nichts über die Fettverteilung. Bei gleichem BMI unterscheidet sich der Körperfettanteil nach Geschlecht und Alter: Ein 30-jähriger Mann mit BMI 25 liegt nach der Formel von Deurenberg bei etwa 20,7 Prozent, eine gleichaltrige Frau bei etwa 31,5 Prozent.
Ab welchem Körperfettanteil sieht man ein Sixpack?
Dafür gibt es keinen festen Wert: Wie deutlich Bauchmuskeln zu sehen sind, hängt von Muskelmasse, Veranlagung und Fettverteilung ab. Zur Einordnung: Männliche Profisportler bis 30 Jahre liegen laut Wikipedia meist bei etwa 8 bis 12 Prozent, Profibodybuilder im Wettkampf bei rund 5 Prozent, und als normal gelten bei Männern je nach Alter 8 bis unter 25 Prozent.
Wie kann ich meinen Körperfettanteil senken?
Körperfett baut der Körper ab, wenn Sie über längere Zeit weniger Energie aufnehmen, als Sie verbrauchen. Wie hoch Ihr Tagesbedarf ist, zeigt der Kalorienbedarfsrechner, das passende Defizit der Kaloriendefizit-Rechner. Bei starkem Übergewicht oder Vorerkrankungen besprechen Sie das Vorgehen mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
- Körperfettanteil (Messverfahren, US-Navy-Methode mit Formeln, Normwerte nach Gallagher et al.) (Wikipedia)
- Deurenberg P, Weststrate JA, Seidell JC (1991): Body mass index as a measure of body fatness: age- and sex-specific prediction formulas, British Journal of Nutrition 65(2), S. 105 bis 114 (PubMed (National Library of Medicine))
- Gallagher D et al. (2000): Healthy percentage body fat ranges: an approach for developing guidelines based on body mass index, American Journal of Clinical Nutrition 72(3), S. 694 bis 701 (PubMed (National Library of Medicine))
- Moon JR et al. (2008): Percent body fat estimations in college men using field and laboratory methods: a three-compartment model approach, Dynamic Medicine 7, Artikel 7 (PubMed (National Library of Medicine))
- Shake CL et al. (1993): Predicting percent body fat from circumference measurements, Military Medicine 158(1), S. 26 bis 31 (PubMed (National Library of Medicine))
- Peterson DD (2015): History of the U.S. Navy Body Composition program, Military Medicine 180(1), S. 91 bis 96 (PubMed (National Library of Medicine))