Deckungsbeitrag berechnen: pro Stück, gesamt und Preisuntergrenze
FinanzenTragen Sie Verkaufspreis, variable Kosten und Menge ein, oder gleich Umsatz und variable Kosten. Der Rechner nennt den Deckungsbeitrag pro Stück und gesamt, die Deckungsbeitragsquote, auf Wunsch das Ergebnis nach Fixkosten und die Preisuntergrenze.
Rechenweg
(100 − 55) · 400 = 18.000 €
- Deckungsbeitrag pro Stück: Verkaufspreis 100,00 € minus variable Stückkosten 55,00 € ergibt 45,00 €.
- Gesamtdeckungsbeitrag: (100 − 55) · 400 = 18.000,00 €, bei 40.000,00 € Umsatz und 22.000,00 € variablen Kosten.
- Deckungsbeitragsquote: (100 − 55) / 100 = 45 %.
- Ergebnis nach Fixkosten: Gesamtdeckungsbeitrag 18.000,00 € minus Fixkosten 12.000,00 € ergibt 6.000,00 €.
- Preisuntergrenze: kurzfristig 55,00 € (variable Stückkosten), langfristig 85,00 € (zusätzlich die Fixkosten je Stück).
Sobald alle Eingaben gültig sind, sehen Sie hier jeden Rechenschritt.
Formel
- db
- Deckungsbeitrag pro Stück (Stückdeckungsbeitrag) in Euro
- p
- Verkaufspreis je Stück, netto
- kv
- variable Kosten je Stück
- DB
- Deckungsbeitrag der Periode in Euro
- M
- Absatzmenge in Stück
- E
- Umsatzerlöse der Periode, netto
- Kv
- variable Kosten der Periode
- Kf
- Fixkosten der Periode
- DB-Quote
- Deckungsbeitragsquote in Prozent des Umsatzes
- Ergebnis
- Ergebnis nach Fixkosten: Deckungsbeitrag II oder Betriebsergebnis, je nachdem, welche Fixkosten Sie eintragen
- PUGkurz
- kurzfristige Preisuntergrenze je Stück
- PUGlang
- langfristige Preisuntergrenze je Stück
So funktioniert der Rechner
Der Deckungsbeitrag ist in der Kosten- und Leistungsrechnung die Differenz zwischen den Erlösen und den variablen Kosten. Er ist der Betrag, der zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung steht. Je Stück heißt er Stückdeckungsbeitrag: Verkaufspreis minus variable Stückkosten. Für die ganze Menge multiplizieren Sie ihn mit der Absatzmenge und erhalten den Gesamtdeckungsbeitrag. Teilen Sie ihn durch den Umsatz, erhalten Sie die Deckungsbeitragsquote.
Variable Kosten ändern sich mit der Menge, zum Beispiel Material, Wareneinsatz, Verpackung, Fracht oder Provisionen. Fixkosten wie Miete, Gehälter und Versicherungen fallen unabhängig davon an. Die Deckungsbeitragsrechnung rechnet den Produkten nur die variablen Kosten zu und zieht die Fixkosten erst danach ab, als Block (einstufig) oder in Stufen bis zum Betriebsergebnis (mehrstufig). Die Vollkostenrechnung verteilt dagegen auch die Gemeinkosten über Umlageschlüssel auf die Produkte. Ein Gewinn entsteht erst, wenn die Deckungsbeiträge aller Produkte zusammen die Fixkosten übersteigen.
Der Rechner hat zwei Wege. Im Modus Pro Stück tragen Sie Verkaufspreis, variable Stückkosten und Absatzmenge ein, auf Wunsch auch die Fixkosten der Periode. Er nennt den Deckungsbeitrag pro Stück und gesamt, die Deckungsbeitragsquote, das Ergebnis nach Fixkosten sowie die kurz- und langfristige Preisuntergrenze. Im Modus Gesamt genügen Umsatzerlöse und variable Kosten einer Periode, zum Beispiel aus Ihrer Auswertung. Tragen Sie nur die Fixkosten ein, die allein ein Produkt verursacht, ist das Ergebnis der Deckungsbeitrag II, mit allen Fixkosten des Unternehmens das Betriebsergebnis. Die Handelsspanne eines Artikels aus Einkaufs- und Verkaufspreis rechnet der Margenrechner.
Der Rechner übernimmt Ihre Aufteilung in variable und fixe Kosten. In der Praxis ist sie nicht immer eindeutig, etwa bei Rüstkosten oder sprungfixen Kosten, und die Zuordnung von Fixkosten zu Produkten oder Bereichen ist zu einem gewissen Grad willkürlich. Rechnen Sie mit den Zahlen, die Sie erwarten, wenn Sie über Preise oder Aufträge entscheiden: Die Auswertung vergangener Perioden zeigt, was war, und steuert kein laufendes Geschäft. Eine Steuer- oder Unternehmensberatung ersetzt der Rechner nicht.
Zur Formel
Die beiden Wege liefern dasselbe: Mit E = p · M und K_v = k_v · M ist DB = E − K_v = (p − k_v) · M = db · M. Die Deckungsbeitragsquote zeigt, welcher Anteil jedes Euro Umsatz zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn bleibt, bei einem einzelnen Stück ist sie db / p. Der Deckungsbeitrag wird negativ, wenn der Preis unter den variablen Stückkosten liegt. Der Rechner rundet nicht zwischendurch, sondern nur die Anzeige.
Die kurzfristige Preisuntergrenze sind die variablen Stückkosten: Darunter verliert jedes verkaufte Stück Geld, auch wenn die Fixkosten ohnehin anfallen. Die langfristige Preisuntergrenze deckt zusätzlich die Fixkosten je Stück, (K_v + K_f) / M. Beispiel aus Wikipedia: 22.000 € variable Kosten für 400 Stück ergeben 55 €, mit 12.000 € Fixkosten sind es 34.000 € / 400 = 85 €. Wer auf die Liquidität achtet, rechnet nur die kurzfristig ausgabenwirksamen Fixkosten ein (liquiditätsorientierte Preisuntergrenze).
Rechenbeispiel
Ein Produkt wird für 100,00 € netto verkauft, die variablen Kosten betragen 55,00 € je Stück. Bei 400 Stück Absatz und 12.000,00 € Fixkosten: Wie hoch sind Deckungsbeitrag, Ergebnis und Preisuntergrenze?
- Deckungsbeitrag pro Stück: 100 − 55 = 45,00 €, das sind 45 % vom Preis.
- Gesamtdeckungsbeitrag: (100 − 55) · 400 = 18.000,00 €, bei 40.000,00 € Umsatz und 22.000,00 € variablen Kosten.
- Nach 12.000,00 € Fixkosten bleibt ein Ergebnis von 6.000,00 €.
- Preisuntergrenze: kurzfristig 55,00 € (variable Stückkosten), langfristig (22.000 + 12.000) / 400 = 85,00 €.
Der Deckungsbeitrag beträgt 45,00 € je Stück, das sind 45 % vom Preis. Bei 400 Stück ergibt das 18.000,00 €; nach 12.000,00 € Fixkosten bleibt ein Ergebnis von 6.000,00 €.
Beispiel in den Rechner übernehmenHäufige Fragen
Wie berechne ich einen DB?
Deckungsbeitrag = Erlöse minus variable Kosten. Je Stück rechnen Sie Verkaufspreis minus variable Stückkosten und multiplizieren mit der Absatzmenge. Beispiel: 100 € Preis, 55 € variable Kosten und 400 Stück ergeben 45 € je Stück und 18.000 € insgesamt. Nach 12.000 € Fixkosten bleiben 6.000 € Ergebnis. Im Rechner wählen Sie dafür oben den Modus Pro Stück.
Was ist der Deckungsbeitrag einfach erklärt?
Der Deckungsbeitrag ist das, was von einem Verkauf nach Abzug der variablen Kosten übrig bleibt. Er steht zur Deckung der Fixkosten zur Verfügung, daher der Name. Erst wenn die Deckungsbeiträge aller Verkäufe zusammen die Fixkosten übersteigen, entsteht ein Gewinn. In der Kosten- und Leistungsrechnung versteht man unter dem Deckungsbeitrag die Differenz zwischen Erlösen und variablen Kosten. Ein Produkt für 100 € mit 55 € variablen Kosten liefert 45 € Deckungsbeitrag.
Was bedeutet DB1 und DB2?
In der mehrstufigen Deckungsbeitragsrechnung werden die Fixkosten schrittweise abgezogen. Deckungsbeitrag 1 (DB I) sind die Erlöse minus variable Kosten. Zieht man davon die Fixkosten ab, die allein dem Produkt zuzurechnen sind, erhält man den Deckungsbeitrag 2 (DB II). Danach folgen DB III mit den Produktgruppen- und DB IV mit den Bereichsfixkosten, am Ende steht nach den Unternehmensfixkosten das Betriebsergebnis. Zählweise und Namen der Stufen sind je nach Modell verschieden. Im Rechner ergeben die Fixkosten eines Produkts den DB II.
Wie hoch ist ein guter Deckungsbeitrag?
Einen festen Richtwert gibt es nicht. Ein guter Deckungsbeitrag ist positiv, und die Deckungsbeiträge aller Produkte zusammen müssen die Fixkosten übertreffen, damit ein Gewinn bleibt. Wie hoch die Quote dafür sein muss, hängt von Ihren Fixkosten ab. Im Beispiel von Wikipedia bringen 800.000 € Umsatz nach 390.000 € variablen Kosten einen Deckungsbeitrag von 410.000 € (rund 51 %). Nach 260.000 € Fixkosten bleiben 150.000 €. Vergleichen Sie Produkte untereinander und mit Ihrer Preisuntergrenze.
Kann der Deckungsbeitrag negativ sein?
Ja, wenn der Preis unter den variablen Stückkosten liegt. Dann verliert jedes verkaufte Stück Geld, und mit der Menge wächst der Verlust. Unterhalb der kurzfristigen Preisuntergrenze erfüllt ein Verzicht auf den Verkauf die Unternehmensziele besser als der Verkauf (Wikipedia). Beispiel: 8 € Preis, 10 € variable Kosten und 100 Stück ergeben −2 € je Stück und −200 € insgesamt.
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitrag und Gewinn?
Der Deckungsbeitrag ist der Betrag vor Fixkosten, der Gewinn (das Betriebsergebnis) das, was nach allen Kosten übrig bleibt. Im Wikipedia-Beispiel sind es 410.000 € Deckungsbeitrag, 260.000 € Fixkosten und 150.000 € Ergebnis. Ein Produkt mit positivem Deckungsbeitrag trägt zur Deckung der Fixkosten bei, auch wenn das Unternehmen insgesamt noch Verlust macht, weil die Fixkosten nicht gedeckt sind.
Was ist der Unterschied zwischen Deckungsbeitragsrechnung und Vollkostenrechnung?
Die Vollkostenrechnung verteilt auch die Gemeinkosten über Umlageschlüssel auf die Produkte. Weil diese Umlage nie perfekt ist, wird mit zunehmender Umlage weniger transparent, ob ein Produkt noch kostendeckend verkauft werden kann (Wikipedia). Die Deckungsbeitragsrechnung rechnet den Produkten nur die variablen Kosten zu und zieht die Fixkosten im Block (einstufig, Direct Costing) oder in Stufen (mehrstufig) vom Deckungsbeitrag ab.
Warum ist eine Deckungsbeitragsanalyse sinnvoll?
Sie zeigt, welche Produkte, Aufträge oder Kunden etwas zur Deckung der Fixkosten beitragen und wo ein Preis zu niedrig ist. Primär dient die Deckungsbeitragsrechnung der Erfolgsermittlung, sekundär der Angebotskalkulation (Wikipedia). Sie hilft bei der Preisuntergrenze, bei der Frage, ob Sie einen Auftrag annehmen, und bei knapper Kapazität: Dann zählt der Deckungsbeitrag je Engpassstunde.
Welche Möglichkeiten gibt es, den Deckungsbeitrag zu erhöhen?
Der Deckungsbeitrag steigt, wenn der Preis steigt, die variablen Stückkosten sinken oder mehr Stück verkauft werden. Variable Kosten senken Sie zum Beispiel über Einkaufskonditionen, weniger Materialverbrauch oder günstigere Verpackung und Fracht. Bei knapper Kapazität lohnt es, Produkte mit dem höchsten Deckungsbeitrag je Engpassstunde zu bevorzugen. Prüfen Sie, ob ein höherer Preis die Menge senkt: Die Reaktion der Nachfrage kennt der Rechner nicht.
Was ist die Preisuntergrenze, und wann lehnt man einen Auftrag besser ab?
Die kurzfristige Preisuntergrenze sind die variablen Stückkosten. Liegt der Preis darunter, ist der Deckungsbeitrag negativ, und der Auftrag hilft den Fixkosten nicht, sondern vergrößert den Verlust. Die langfristige Preisuntergrenze deckt zusätzlich die Fixkosten je Stück: (variable Kosten + Fixkosten) / Menge. Beispiel nach Wikipedia: 22.000 € variable Kosten für 400 Stück ergeben 55 €, mit 12.000 € Fixkosten 85 €. Unterhalb der Untergrenze erfüllt ein Verzicht auf den Auftrag die Unternehmensziele besser.
Was ist der relative Deckungsbeitrag?
Der relative Deckungsbeitrag bezieht den Deckungsbeitrag auf den Verbrauch eines Engpassfaktors, etwa die Maschinenzeit (Wikipedia). Bei knapper Kapazität zeigt er, welches Produkt den Engpass am besten nutzt. Beispiel: Produkt A bringt 45 € Deckungsbeitrag in 30 Minuten, Produkt B 60 € in 60 Minuten. A liefert 90 € je Stunde, B 60 €, A hat also Vorrang.
Ist der Deckungsbeitrag dasselbe wie die Marge?
Nein. Die Handelsspanne (Marge) ist der Verkaufspreis minus Einstandspreis. Der Deckungsbeitrag zieht alle variablen Kosten ab, nicht nur den Wareneinsatz, also auch Provisionen, Verpackung oder Fracht, und fällt deshalb meist kleiner aus. Die Marge eines Artikels berechnen Sie mit dem Margenrechner.
Wie oft sollte ich den Deckungsbeitrag neu rechnen?
Eine feste Frist gibt es nicht. Rechnen Sie neu, wenn sich Preise, variable Kosten oder Mengen ändern, vor jedem neuen Angebot und regelmäßig, zum Beispiel mit der monatlichen Auswertung. Eine Rechnung mit vergangenen Zahlen eignet sich nach Wikipedia nicht, um in ein laufendes Geschehen steuernd einzugreifen. Für Entscheidungen rechnen Sie deshalb mit den Preisen, Kosten und Mengen, die Sie erwarten.
Brauche ich für den Deckungsbeitrag eine spezielle Software?
Nein. Für einzelne Produkte oder Aufträge genügen dieser Rechner oder eine Tabelle, denn Sie brauchen nur Preis, variable Kosten und Menge. Eine Buchhaltungs- oder Controlling-Software lohnt erst, wenn viele Produkte, Kostenstellen und Perioden regelmäßig ausgewertet werden. Entscheidend ist die saubere Trennung in variable und fixe Kosten, nicht das Werkzeug.